“Für meine Speisekarte hat mein Grafiker die Schrift xyz verwendet, die hätte ich auch gerne für die Website. - Was, das geht nicht?” - “Schon, aber…” Das Problem: Browser können grundsätzlich nur die Schriften darstellen, die auf dem System des Benutzers zur Verfügung stehen. Und die Anzahl der Schriften, die auf allen Systemen ausgeliefert werden, ist recht überschaubar und teilweise auch nicht sehr geschmackvoll, wenn man Typographie-Puristen befragt. Eine Zusammenstellung von websicheren Schriften gibt es beispielsweise bei Ampsoft (mit dem Klick auf den Link verlassen Sie das Angebot von websalabim).
Eine gerne genutzte Möglichkeit, ausgefallene Schriftarten auf einer Website darzustellen, ist die Schriftzüge einfach als Grafiken einzubinden. Der große Nachteil davon ist, dass diese Worte für Suchmaschinen nicht lesbar sind. Gerade wenn die Hauptüberschriften Grafiken sind, kann man lange darauf warten, weit vorne in Google, Bing & Co. zu erscheinen. Und eine Website, die man nicht findet, ist mehr oder weniger nutzlos. Übrigens: ein guter Webdesigner kennt Wege, grafischen Text einzubinden und die Suchmaschinen dennoch zu bedienen…
Verwendet man bedenkenlos Schriftarten, die es nicht bei jedem Besucher gibt, werden sie durch einen anderen Font ersetzt, den der Browser für “ähnlich” hält. Eine Website, die sich bei den Besuchern völlig anders darstellt als geplant, ist auch nicht im Sinne des Betreibers. Mittlerweile gibt es technische Möglichkeiten, beliebige Schriftarten in eine Website einzubetten, so dass sie beim Website-Besucher dann (hoffentlich) auch dargestellt werden. Problematisch dabei ist, dass man oft gar nicht das Recht hat, die Lieblingsschrift einzubetten - hier ist das Urheberrecht zu beachten. Außerdem ist lange nicht jede Schrift, die auf Papier schön aussieht, fürs Lesen im Internet geeignet.
Eine gute Nachricht ist hingegen, dass man heute sehr viel flexibler ist, was die Farbenpracht im Internet betrifft. In den 90er Jahren konnten Grafikkarten oft nur 256 Farben darstellen. Andere Farben wurden von den Systemen auf unterschiedliche Weise angenähert und sahen deshalb möglicherweise ganz anders aus als vom Designer angestrebt. Deshalb wurde die Palette der 216 sogenannten websicheren Farben entwickelt, die auf jedem Monitor mehr oder weniger gleich dargestellt wurden.
Heute können Monitore und Computer Tausende oder sogar Millionen von Farben darstellen - allerdings gilt immer noch, dass jeder Monitor von Haus aus eine unterschiedliche Leuchtkraft hat, dass kaum jemand außer professionellen Grafikern mit einem ordentlich kalibrierten Monitor arbeitet, dass das Umgebungslicht einen großen Einfluss hat und dass es jedem Benutzer frei steht, Farbe, Kontrast und Helligkeit so zu verstellen, dass von der ursprünglich geplanten Farbgestaltung nur ein matter (oder greller) Abklatsch übrig bleibt. Also die Entwürfe sicherheitshalber auf möglichst vielen verschiedenen Monitoren anschauen und eventuell noch ein bisschen an der Farbigkeit arbeiten…